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Am
Freitag, den 03/04/09 wurde ich – wie alle bei der Borussia für die
Fanbetreuung zuständigen – zu einem „Fan-Dialog“ in den VIP-Raum des
Borussia-Parks geladen.
Zunächst
stellten sich die Leiter der Runde vor. Borussia wurde vertreten durch
Geschäftsführer Hr. Schippers, Pressesprecher Hr. Aretz (der auch das
Treffen moderierte) und dem Sicherheitsbeauftragten Hr. Nießen. Hinzu
kamen der Fanprojektvorsitzende Thomas Ludwig, der Fanbeauftragte
Thomas Weinmann sowie drei Vertreter der Polizei (bzw. Szenekundige
Beamte).
Insgesamt nahmen an dem „Dialog“ (der zweieinhalb Stunden in Anspruch nahm) ca. 60 Personen teil.
Zu
Beginn wurden Polizei-Videos von den Vorkommnissen beim Spiel am
14/03/09 in Köln gezeigt, wo die „pure Gewalt“ förmlich zu spüren war.
Herr
Aretz sagte nun, dass nach diesem Spiel acht von zehn Fragen bei der
Pressekonferenz nicht auf den Sieg der Borussia sondern auf die
Fanrandale abzielten. Dies ist ein Beweis dafür, dass die
Außendarstellung des Vereins zunehmend schlechter wird.
Dieses
schlechte Image der Borussenfans gilt es nun zu bekämpfen und nicht zu
warten, bis mal ein Mensch bei dieser Gewalt ums Leben kommt.
Die
Vereinsführung betonte, dass sie wisse, dass nur ein geringer
Prozentsatz der Fans zu den Spielen kommt um Randale zu machen. Und die
Spirale der Gewalt erst seit wenigen Jahren wieder nach oben geht.
Bundesweit gibt es zurzeit 3.500 Leute mit Stadionverbot, darunter
befinden sich „nur“ 55 Gladbacher.
Die
Vertreter der Polizei meinten, dass es bis vor kurzem möglich gewesen
sei Züge bei Auswärtsspielen mit einigen Beamten in Zivil zu begleiten.
In der jüngeren Vergangenheit mussten aber immer mehr Uniformierte mit
fahren. Damit sich dieser Trend nicht drastisch verschlimmert, muss nun
etwas geschehen.
Im
anschließenden Dialog aller Beteiligten, stellte sich heraus, dass die
„Problemfälle“ nicht die organisierten Fans und Fanclubs sind (dank
einer gewissen Selbstregulierung) sondern vereinzelte Event-Hascher,
welche, auch ohne Karten, zu den Spielen fahren, um was geiles zu
erleben. Diese nutzen dann im Schutz der Masse die Gelegenheit zu
randalieren.
Herr Schippers erklärte, dass die Borussia schon einiges auf dem Wege gebracht hat.
Zum
einen versucht man zu Auswärtsspielen immer eigenes Ordnungspersonal
mit zu nehmen, welches den Fans bekannt ist. Zum anderen hat man in
einem zweijährigen Prozess gegen die DFL dafür gesorgt, dass bei einem
Spielabbruch nicht der Gastgebende Verein sonder der „schuldige“ Verein
bestraft wird.
Die
„Fan-Seite“ verwies darauf, mit der Schaffung des Borussen-Kodex
seinerseits für eine friedliche und gewaltfreie Situation beigetragen
zu haben.
Der
von den Fan-Vertretern vorgebrachte Vorschlag, zum weiteren Vorgehen
der einzelnen Parteien einen „Arbeitskreis Fan-Dialog“ zu bilden, wurde
von Seiten des Vereins und der Polizei sehr begrüßt. Um über dieses
sehr sensible Thema weiter im Austausch zu bleiben, soll es in der
Zukunft regelmäßige Treffen zwischen Repräsentanten der Fanszene,
szenekundigen Beamten der Polizei und Mitarbeitern Borussias im
Fan-Haus geben. „Wenn dieser Arbeitskreis nur annähernd so erfolgreich
wird wie vor dem Bau des BORUSSIA-PARKS der Arbeitskreis Stadion, dann
haben wir hier heute Abend einen großen Schritt in die richtige
Richtung gemacht“, äußerten sich Schippers und Borussias
Fanbeauftragter Thomas Weinmann nach der Veranstaltung optimistisch.
Abschließend
bleibt noch fest zu halten, dass bei der Bekämpfung der Gewalt nicht
nur wir Fanbetreuer (was ich ab sofort besonders in der mir
zugestellten Region machen werde), sondern auch jeder einzelne Fan – in
Form seiner Zivilcourage – gefordert ist.
Damit das Image unseres Vereins wieder ins richtige Licht gerückt wird.
Euer Michael Dohmen
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